Dienstag, 30. August 2011

Musik = Masse

Wir warteten, es war relativ kalt und der Alex war trotz der Uhrzeit, trotz des Wochentages ziemlich belebt.
Da standen wir vor dem Eingang zum Bahnhof, als ein Straßenmusiker die Box an seinem Fahrrad anmachte und seine E-Gitarre stimmte.

Dann legte er los, sein Mund schien riesig zu sein hinter dem dichten Bart, doch ich schätzte ihn ende zwanzig.
Solch eine Kraft in einer Stimme hatte ich lange nicht gehört, sauber, rein und dennoch rauchig laut. Ich bin kein Fan von Rock-Musik, aber was dieser Kerl dort abgeliefert hat, lies auch mich ein, zwei Münzen in den Beutel werfen.

Es dauerte nur wenige Minuten, bis sich ein Kreis von Leuten um ihn gebildet hat, eine Punktussi sich in die Mitte begibt und mit ihrem Hund anfängt zu tanzen. Den Takt gab ein ständig mit zwei Bierflaschen aneinander schlagender Penner an, welcher nach jedem Song kräftig mit den Fingern pfiff.

Seine Musik beschallte den gesamten Alex, gab ihm seine gewohnte Atmosphäre.
Nach einigen Songs und Alberei mit dem Publikum, kam eine junge, gepflegt aussehende Blondine, welche wohl aus England stammte, mit ihrem Freund vorbei.
Sie sang zu der Musik-es passte wie die Faust aufs Auge!

Sehr faszinierend, wenn man bedenkt, dass alles improvisiert war und diese Menschen dies einfach gerne machen, ohne große Erfolge damit zu erzielen.
Es zeigt mal wieder, wie viele Talente auf der Straße herumlaufen und was dazu führt, dass man sich in einer Stadt wie Berlin wohl fühlt, ob als Berliner oder nicht.

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